Tauchplatz Kessel I Löbejün 2015 http://tauchen-hamburg.de

Tauchunfall in Löbejün: Glücklicher Ausgang für TAUCHEN-HAMBURG

In Ausfahrten, Neues aus der Crew by Marco

Liebe Kunden und Freunde von TAUCHEN-HAMBURG,

einige von Euch werden es den Medien entnommen haben: Am Samstag, den 9. Mai 2015, hatte unser Tauchlehrer Harald in Löbejün (Sachsen-Anhalt) einen Tauchunfall. Die gute Nachricht vorweg: Harald geht es gut, er ist seit Montag Abend wieder zu Hause und wird voraussichtlich keine bleibenden Schäden davontragen.

Weil bei Tauchunfällen naturgemäß die Spekulationen ins Kraut schießen und auch, weil man nur selten erfährt, was genau passiert ist, möchten wir Euch mit Haralds ausdrücklichem Einverständnis hier kurz darüber informieren, was nach jetzigem Stand der Erkenntnisse geschehen ist.

Samstag Mittag unternahmen Harald und seine Tauchpartnerin, ebenfalls erfahrene Tauchlehrerin bei TAUCHEN-HAMBURG, einen Fun-Dive im Kessel I von Löbejün (der übrigens ein sehenswerter Tauchspot ist). Harald tauchte seinen persönlichen Poseidon se7en-Rebreather. Dieser zeichnet sich aus durch ein extrem fortgeschrittenes elektronisches Risikomanagement. Der ausführliche Gerätetest vor dem Tauchgang zeigte keine Probleme an.

Während des Tauchgangs, als Haralds Buddy gerade Fotos von einer Gruppe Stören machte, erlitt Harald nach eigenen Angaben eine schmerzhafte Atemblockade im Hals, möglicherweise einen Stimmritzenkrampf. Bevor er seiner Tauchpartnerin sein Problem signalisieren konnte, war die Atemnot bereits so groß, dass Harald einen Notaufstieg einleiten musste. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Taucher eine knappe halbe Stunde im Wasser und befanden sich auf etwa 15 Meter Tiefe. Es war ihr erster Tauchgang an diesem Tag.

Haralds Buddy bemerkte sein Verschwinden, suchte standardgemäß eine knappe Minute die Umgebung ab und stieg dann kontrolliert zur Oberfläche auf. Dort war bereits die volle Rettungskette angelaufen. Dies lag daran, dass Harald – offenbar ohne nach oben „durchgeschossen“ zu sein – auf dem Rücken liegend zur Wasseroberfläche gekommen war und bewusstlos mit dem Kopf im Wasser lag. Die Situation wurde am Ufer sofort richtig eingeschätzt vom Basisleiter Klaus Diersch, der zwei Taucher alarmierte, die sich nur wenige Meter von Harald entfernt aufhielten. Das war pures Glück.

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In weniger als einer Minute war Harald an Land und erhielt Sauerstoff. Zu diesem Zeitpunkt war er bewusstlos, atmete aber selbstständig. Eine Reanimation, wie in einigen Medienberichten zu lesen, erfolgte also nicht. Nach der Notversorgung im Rettungswagen wurde Harald in das knapp 20 km entfernte Uni-Klinikum Halle gebracht, wo er – zunächst sediert – in den kommenden beiden Tagen drei Druckkammerfahrten machen musste. Schon nach der ersten zeichnete sich allerdings ab, dass er nicht ernsthaft verletzt war und sehr wahrscheinlich auch keine DCS vorlag.

Dass alles so glimpflich blieb, lag wesentlich mit daran, dass die Rettung von der ersten bis zur letzten Minute perfekt ablief. Der Dank der ganzen TAUCHEN-HAMBURG-Crew geht daher zum einen an die beherzten Mittaucher in Löbejün und das Rettungsteam, insbesondere aber an das Uni-Klinikum Halle. Es genießt einen hervorragenden Ruf bei der Versorgung von Tauchunfällen und das hat sich hier voll bestätigt.

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Wie geht es nun weiter? Natürlich hat die Polizei den Rebreather sichergestellt. Auch wenn dessen Computer noch nicht ausgelesen ist, halten Harald und auch wir einen technischen Defekt bislang für unwahrscheinlich. Statt dessen wird Harald tauchärztlich klären lassen, ob hier tatsächlich ohne Vorwarnung ein Stimmritzenkrampf aufgetreten ist und wie wahrscheinlich es ist, dass sich dies wiederholt.

Für uns von TAUCHEN-HAMBURG hat der glückliche Ausgang also durchaus positive Folgen. Schon am Unfall-Wochenende begann eine Fachdebatte, was wir aus dem Unfall für unsere Ausbildung mitnehmen können. Zwei Beispiele: Mehr denn je zeigte sich, wie wichtig eine abgerundete Schere im Notfall-Pack ist – mit das größte Problem bei der Rettungsaktion bestand darin, die Hände des Unfallopfers aus den Trockimanschetten zu bekommen. Und großes Glück hatten wir, dass Haralds Handy nicht PIN-gesichert war – nur so war es unmittelbar möglich, seine Lebensgefährtin zu informieren.

Wir nehmen also viel mit von diesem unglücklich-glücklichen Wochenende. Und dieser Beitrag hier trägt vielleicht dazu bei, dass nicht nur wir daraus lernen.

In diesem Sinne wünscht Euch allzeit sichere Tauchgänge

Eure Crew von TAUCHEN-HAMBURG